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25.04.09 bis 24.11.09
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The Living End auf eine bestimmte Musikrichtung festzulegen ist fast unmöglich. Dies zeigt sich schon bei den Konzerten der Australier: Eben improvisierte das Trio infernale noch eine jazzig angehauchte Nummer, schon wird wieder ein Klassiker aus den Rockabilly-Tagen der Band hervor geholt. Während Chris Cheney an seiner Gitarre Soli vom Schlage eines Brian Setzers auf das Publikum loslässt, erklimmt Scott Owen spielend seinen Kontrabass. Kurz darauf findet sich eine Hardrock-Nummer im Geiste von Led Zeppelin im Set, dann wieder ein schnelles Punkstück, bei welchem sich Schlagzeuger Andy Strachan ein Solo-Duell mit Cheney liefert. Dieser läuft immer mehr zur Hochform auf: In der Zugabe funktioniert er eine Bierflasche zum Plektrum um, was seiner Gitarre ganz neue Klänge entlockt. Und zum großen Finale springt er vom Schlagzeug über den Kontrabass zurück auf die Bühne, um aus seinem Instrument noch einmal die letzten Töne regelrecht herauszuwürgen. Kurzum: Eine energiegeladene Show auf hohem musikalischem Niveau. Nachgespielt ist dabei aber nichts: Die Australier haben sich ihren ganz eigenen Sound geschaffen, der von jeher mit allen musikalischen Stilen ausgereizt wird.


The Living End gelten in Australien als eine der wichtigsten Bands der Neuzeit: Ab 1994 spielen sie sich als Rockabilly-Band mit Punkeinflüssen von ihrer Heimatstadt Melbourne aus zur Szenegröße hoch. Nach Auftritten auf mehreren Festivals gelingt mit der Single „Prisoner of Society“ 1998 schließlich der große Durchbruch: Fast ein Jahr lang hält die Hymne sich in den australischen Charts und zählt im Mutterland von „AC/DC“ und „Crowded House“ auch heute noch zu den größten Hits der Musikgeschichte. Das darauf folgende selbstbetitelte Debütalbum beschert der Band neben Fünffach Platin weltweite Resonanz, Touren in Europa und den USA folgen. Auch der Nachfolger „Roll On“ zwei Jahre später setzt die Erfolgsstrecke fort. Ein schwerer Autounfall von Gitarrist und kreativem Mastermind Chris Cheney im Herbst 2001 zwingt die Band zu einer längeren Pause. Mit den Alben „Modern ART.illery“ (2003) und „State of Emergency“ (2006) gelingt ein würdiges Comeback mit Auftritten auf einigen der größten Festivals in Australien, Japan, den USA und England. Auch musikalisch hat die Band sich weiter entwickelt. Neben deutlich härteren Tönen sind nun auch minutiös ausgearbeitete Balladen zu hören. Die rotzig-frechen Texte aus der Anfangszeit sind dabei deutlich nachdenklicheren über das Zeitgeschehen gewichen: Die Zeitenwende des 11. September 2001 und ihre Folgen wie das militärische Aufrüsten oder die Terroristenhatz spiegeln sich in den nun zunehmend ernsthafteren Songs des Trios wieder. Dabei ist der Band der Spagat zwischen lahmem Betroffenheitsrock und musikalischem Feuerwerk außerordentlich geglückt. Nach wie vor sind die Melodien aus der Feder Chris Cheneys Ohrwürmer geblieben, die insbesondere durch ihre Live-Darbietung ihre ganze Wirkung entfalten.


Das neue Album: „White Noise“


The Living End haben sich in ihrer Heimat als ernst zu nehmende Musikgruppe etabliert – und damit intern die Messlatte sehr hoch gelegt: Ein halbes Jahr lang stagniert 2007 die Arbeit am neuen Album. Über 50 Songideen werden verworfen, bis Chris Cheney beim Improvisieren auf seiner Gitarre auf das Riff für „How do we know“ stößt. Ein musikalischer Befreiungsschlag, der neuen Wind in den Proberaum bringt: Inspiriert von der Hardrock-Musik Ende der 1970’er Jahre tobt sich die Band erneut auf neuem Terrain aus. Für die Produktion des Albums „White Noise“ kann John Agnello (u.a. „Sonic Youth“, “Dinosaur Jr.“, „The Hold Steady“) gewonnen werden, dem es überzeugend gelingt, die Liveenergie der Band auch ins Studio zu übertragen. Für das Mastering zeichnet sich Studiolegende Brendan O’Brien verantwortlich, der zur gleichen Zeit auch an den neuen Alben von AC/DC, Pearl Jam oder Bruce Springsteen arbeitet. Die Veröffentlichung von „White Noise“ im Sommer 2008 wird zu einem weiteren großen Triumph für The Living End, das Werk verkauft sich noch besser als der Vorgänger „State of Emergency“. Auch von den Kritikern wird „White Noise“ als das reifeste Werk der Melbourner gefeiert. Neben dem obligatorischen Gold erhält die Band im November den begehrten australischen Musikpreis „ARIA“ für das beste Rockalbum des Jahres.


Gestärkt durch die positive Resonanz in ihrer Heimat wollen The Living End auch 2009 in Deutschland beweisen, dass sie nach wie vor eine der heißesten Livebands auf diesem Planeten sind. Mit der Veröffentlichung von „White Noise“ bringt KKT die Band im April 2009 nach acht Jahren langer Abstinenz wieder auf deutsche Bühnen.